Homelab-Umbau Teil 6: Backups, die auch funktionieren

Die offene Baustelle Link zu Überschrift

Am Ende von Teil 4 stand ein Satz, den ich ungern geschrieben habe: Backups gibt es keine.

Auf dem Proxmox-Host laufen inzwischen eine Telefonanlage, ein RADIUS-Server, eine interne Zertifizierungsstelle und ein Ansible-Steuerrechner. Alles davon habe ich von Hand aufgesetzt, teils über mehrere Abende. Wenn die SSD stirbt, ist das nicht “ärgerlich”, sondern zwei Wochen Arbeit.

Also bevor noch mehr dazukommt: erst der Rückweg.

Der Fehler, den ich fast gemacht hätte Link zu Überschrift

Ich hatte das ISO vom Proxmox Backup Server schon auf den Proxmox-Host geladen und die VM angelegt, bevor ich gemerkt habe, was ich da tue.

Ein Backup-Server, der auf der Maschine läuft, die er sichern soll, ist kein Backup-Server. Stirbt der Host, sind Sicherung und Original gleichzeitig weg. Das klingt offensichtlich, wenn man es liest — und passiert trotzdem, weil der Proxmox-Host nun mal die Kiste ist, auf der man VMs anlegt.

PBS gehört also woandershin. Bei mir auf die Synology, die ohnehin läuft und einen Virtual Machine Manager mitbringt.

Das ist kein perfekter Aufbau: Wenn das NAS stirbt, ist der Backup-Server weg. Aber es ist ein anderes Gerät mit eigenem Netzteil, eigenem Speicher und eigenem Betriebssystem — und damit genau die Trennung, um die es geht.

Warum PBS und nicht einfach Dumps Link zu Überschrift

Proxmox kann Sicherungen auch schlicht als Dateien auf eine Netzwerkfreigabe schreiben. Das wäre schneller eingerichtet gewesen.

Dagegen sprach der Platzbedarf. Ein Dump ist jedes Mal eine Vollsicherung. Bei fünf Gästen und täglichem Lauf mit ein paar Wochen Aufbewahrung summiert sich das schnell.

PBS arbeitet blockbasiert, dedupliziert und sichert nach dem ersten Lauf nur noch Änderungen. Bei mir landeten alle fünf Gäste zusammen bei 4,1 GB im Datastore. Damit sind sieben tägliche, vier wöchentliche und sechs monatliche Stände völlig unproblematisch.

Dazu kommt der Rückweg: PBS integriert sich direkt in die Proxmox-Oberfläche, und ein Wiederherstellen ist wirklich nur ein Klick.

Diagramm: Der Proxmox-Host sichert täglich um 2:30 auf den Proxmox Backup Server, der als VM auf der Synology läuft. Eine zweite Kopie auf eine externe Platte ist geplant, aber noch nicht umgesetzt.

Der Backup-Server läuft bewusst nicht auf dem System, das er sichert.

Was schiefging Link zu Überschrift

Drei Sackgassen, alle beim Aufsetzen der VM.

Schwarzer Bildschirm nach der Installation Link zu Überschrift

Die Installation lief durch, danach zeigte die Konsole nur noch die letzte Zeile der Boot-Ausgabe. Kein Login-Prompt, keine Reaktion auf Tastendrücke, CPU-Last bei unter einem Prozent.

Ich habe an der Bootreihenfolge gesucht, an BIOS gegen UEFI, am Netzwerk. Die Ursache war der emulierte Grafikadapter. Umstellen auf VGA, und der Prompt war da.

Ärgerlich daran ist nicht der Fehler, sondern die Diagnose: Das System lief die ganze Zeit, ich konnte es nur nicht sehen. Bei einer VM ohne Netzwerk ist die Konsole die einzige Sicht — fällt die aus, tappt man komplett im Dunkeln.

dhclient gibt es nicht mehr Link zu Überschrift

Ich wollte die Adresse nicht in der VM festnageln, sondern zentral in der Firewall vergeben. Also die Netzwerkkonfiguration auf DHCP umgestellt — und danach hatte die VM gar keine Adresse mehr.

Der Grund stand in der Fehlermeldung: Das System wollte /sbin/dhclient aufrufen, und das Programm existiert in aktuellen Debian-Versionen nicht mehr. Ohne Netzwerk kann man es aber auch nicht nachinstallieren.

Ich habe die feste Adresse wieder eingetragen — und es dabei belassen. Bei näherer Überlegung ist das für einen Infrastrukturdienst sogar die bessere Wahl: Der Backup-Server soll auch dann erreichbar sein, wenn der DHCP-Dienst auf der Firewall gerade nicht läuft. Die Reservierung in der Firewall bleibt trotzdem eingetragen, als Dokumentation und damit die Adresse niemand anders bekommt.

Der Datastore auf der falschen Platte Link zu Überschrift

Die VM hat zwei virtuelle Festplatten: eine kleine fürs System, eine grosse für die Sicherungen. Ich habe den Datastore über den naheliegenden Menüpunkt “Add Datastore” angelegt — und er landete auf der Systemplatte.

Aufgefallen ist es an der Grössenanzeige: 27 GB statt 200. Löschen liess er sich dann nur über die Kommandozeile, in der Oberfläche gibt es an der Stelle keinen Knopf dafür.

Der richtige Weg führt über Administration → Storage/Disks → Directory. Dort wählt man die Platte aus, formatiert sie, und ein Haken bei “Add as Datastore” erledigt beides in einem Schritt.

Das ist eine dieser Stellen, an denen der offensichtliche Menüpunkt nicht der richtige ist.

Der Teil, auf den es ankommt Link zu Überschrift

Sicherung läuft, Zeitplan steht, Aufbewahrung ist eingestellt. Fertig?

Nein. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung.

Also habe ich es getestet: einen der kleinen Container ausgewählt, Restore geklickt, bestätigt. Proxmox hat ihn automatisch unter einer freien ID angelegt, statt das Original zu überschreiben — 1,2 GB in neun Sekunden über das Netzwerk zum NAS.

Dann gestartet, hineingeschaut, ob wirklich alles da ist, wieder gestoppt, gelöscht.

Das ist der Unterschied zwischen “ich habe Backups” und “ich weiss, dass meine Backups funktionieren”. Und es kostet zehn Minuten.

Wichtig dabei ist der zweite Teil: starten, nicht nur zurückspielen. Ein Restore, der Dateien zurückschreibt, aber eine Maschine erzeugt, die nicht bootet, hat nur den halben Beweis erbracht. Das merkt man sonst genau dann, wenn es zählt.

Was immer noch fehlt Link zu Überschrift

Beide Kopien liegen auf demselben Volume im NAS: der Datastore mit den Proxmox-Sicherungen und meine übrigen Daten. Gegen einen Ausfall des Proxmox-Hosts bin ich damit geschützt. Gegen einen Ausfall des NAS nicht.

Dazu kommt: Alles steht in derselben Wohnung, am selben Stromnetz. Gegen Wasser, Feuer oder Diebstahl hilft das nicht.

Der Plan dagegen steht schon: eine externe Platte als Zweitkopie, die normalerweise gar nicht angeschlossen ist, und später eine verschlüsselte Kopie in einem Cloud-Speicher. Die Platte hat allerdings eine eigene Geschichte, die einen kleinen Umweg wert ist — dazu ein andermal.

Nächster Schritt Link zu Überschrift

Der Rückweg steht. Jetzt kann mehr dazukommen, ohne dass jeder neue Dienst das Risiko erhöht.

Als Nächstes das Thema, das VLANs im WLAN überhaupt erst brauchbar macht: 802.1X mit FreeRADIUS. Eine einzige SSID, und das Netz entscheidet pro Gerät, wo es landet.


Teil einer Serie über den Umbau meines Heimnetzes. Stand: August 2026. Fragen, Korrekturen und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.